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Ich, Uvanimo, bin der Herrscher über etwa die Hälfte der Elfen und möchte festhalten, wie es zur Spaltung der Elfen und Dunkelelfen gekommen ist.
Vor langer Zeit, als wir noch jenseits des Meeres wohnten, kam mein Vater Elfaron zu meinem Bruder Voronwe und mir. Er sah sein Ende kommen und wollte regeln, wie es mit der Erbherrschaft über die Elfen weitergehen sollte. Zur Überraschung von jedem Elfen übertrug er die Herrschaft nicht mir, dem Erstgeborenen, sondern teilte sie unter uns beiden auf. Wir sollten gleichgestellte Herrscher sein, doch wie sollen zwei Brüder über ein so starkes und überaus mächtiges Volk herrschen?
Ganz in diese Gedanken versunken begab ich mich mit den Elfen nach dem Tod meines Vaters so, wie er es wollte, in ein neues Gebiet. Wir mussten auf diesem Weg das große Meer überqueren, was mehrere Wochen dauerte. In dieser trostlosen und öden Umgebung vertiefte ich mich in meine Gedanken über Vaters Worte. Er wollte, dass die Elfen geeint sind, doch wie sollen sie geeint sein, wenn sie von zwei Brüdern geführt werden?
So ging ich zu meinem Bruder und fragte ihn, wie er das Problem sähe, doch er sah gar kein Problem. Er verspottete mich und meinte, ich würde ja nur eifersüchtig sein, dass er auch Vaters Herrschaft mitgeerbt habe. Meine Ehre war verletzt und ich sprach mit meinen Vertrauten darüber, ob es nicht besser sei, wenn man den Elfen anbiete, dass sie mir, wenn sie es wollten, folgen könnten und sich sonst meinem Bruder anschließen sollten.
Ich begann noch auf der Überfahrt nach treuen und vertrauenswürdigen Gefolgsleuten zu suchen und wurde bald fündig. Nicht wenigen Elfen war es ein Afront, dass auch der Zweitgeborene über sie herrschen sollte. So schlossen sich mir mit der Dauer der Überfahrt immer größere Teile der Elfen an. Wir trennten uns bewusst von dem Rest und entwickelten langsam eine eigene Sprache.
Als wir endlich an Land waren, schlugen wir unsere Lager ganz bewusst in einem anderen Teil des Waldes auf, damit mein Bruder sehen konnte, welch großer Teil der Elfen sich von seinem Machtgehabe abgewendet hatte. Da wir aber auf die Dauer nicht so nah beieinander wohnen bleiben konnten, zogen wir uns tiefer in die Wälder zurück, an Orte, wo fast kein Licht mehr den Boden erreichte. Wir hörten ab und zu fremde Laute, doch im Prinzip waren wir vollkommen unabhängig und auf uns allein gestellt.
Wir entwickelten neue Kampftechniken und erprobten uns in langen Märschen, um im Verteidigungsfall gerüstet zu sein. Und eines Tages war es soweit. Es kam ein Späher der Orks um mit uns in Verhandlungen zu treten. Die Orks waren vor langer Zeit bereits von den Menschen attackiert worden und haben diese zweimal erfolgreich zurückgedrängt. Doch wollten die Orks die erbitterten Kämpfe kürzer halten und daher mit einer größeren Streitmacht gegen die Menschen zu Felde ziehen. Zudem hatten die Orks davon gehört, dass die Menschen ebenfalls nach Verbündeten suchten.
Ich befragte zuerst meine Vertrauten, doch wir kamen schnell überein, dass wir uns auf die Seite der Orks stellen würden und gegen die Menschen in den Krieg ziehen würden. Weiter prophezeite uns der Orkspäher, dass es nicht nur Orks und Dunkelelfen in unseren Reihen geben werde, sondern dass noch schrecklichere Wesen an unserer Seite kämpfen würden.
Als es zu ersten Konfrontationen kam, wussten wir, was der Späher gemeint hatte. Neben den Orks und meinen Leuten gab es noch Untote, anscheinend beschworen von mächtigen Orkmagiern. Die Völker des Lichtes waren auf diese Armeestärke gänzlich unvorbereitet und hatten nahezu keine Chance gegen diese Übermacht.
Der Sieg war nahe für die Völker der Finsternis, aber an jenem schrecklichen Tag wendete sich das Kriegsglück. Aus dunkeln Spalten und Ritzen tauchten Echsenwesen auf, die sich für keine Seite recht entscheiden konnten, doch mit der Zeit wurde klar, dass viele von ihnen an der Seite der Lichtvölker kämpften. Durch diese Wesen wurde das Kriegsgeschehen derartig beeinflusst, dass den Völkern der Finsternis nichts weiter übrig blieb, als sich zurückzuziehen.
Nach diesem verlorenen Zeitalter taten sich die mächtigsten Magier der Dunkelelfen und Orks zusammen, um neben den Untoten einen weitaus stärkeren Verbündeten zu beschwören.
Diese Verbündeten waren die Dämonen, die seit Anfang des Zeitalters der Tesserante an unserer Seite kämpfen und als Ersatz für die verräterischen Echsenwesen zu sehen sind.
In diesem Krieg werden wir nun keine Gnade mehr walten lassen und uns für die schmachvolle Niederlage im letzten Zeitalter revanchieren...
Möge über die Welt eine Finsternis hereinbrechen, die nie mehr enden werde!
Uvanimo, Herrscher über die Dunkelelfen
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