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"Tapp, tapp, klapp .... tapp, tapp, klapp."
Das Geräusch der Schritte durchbrach die Stille. Sie hörten sich schwer und langsam an, wie von Füßen, die in dicken Stiefeln stecken, diese aber nur schwer anheben konnten. Tatsächlich waren es solche Füße. Sie gehörten einem kleinen Mann mit einem krummen Rücken, der sich auf einen Stock stützte. Er war alt, sehr alt. Zwischen den vielen Runzeln und Falten in seinem Gesicht sahen Augen in das Dämmerlicht, die erkennen ließen, dass er früher ein stolzer, starker Mann gewesen sein musste.
Er ging auf das lange Regal zu. Dort musste er nicht lange suchen, um das zu finden, was er wollte. Der Alte nahm das alte, dunkelbraune Buch heraus. In vergilbten Lettern stand auf dem Buchdeckel "Die Chronik". Fast wie von selbst öffnete sich der dicke Band.
Der Mann setzte sich an den Tisch und begann zu lesen:
"Einst gab es nur ihn, den wir heute Nobiliatus pistalior nennen.
Er, der er dem Glück und der Herrlichkeit selbst entsprungen war, schuf mit seiner gebündelten Kraft, das größte aller Werke, die Erde. Doch nicht lange konnte er sich an ihr erfreuen. Denn da Gut und Böse nie allein existieren können, erschuf er auch die furchtbaren Titanen. Doch weil diese in die Leere hineingeboren wurden, bemerkte er sie erst, als sie sich offen gegen ihn erhoben.
Lange führte er Krieg gegen die Titanen; doch davon wird an anderer Stelle berichtet. Nur das wichtigste Ereignis sei hier erzählt: Als Nobiliatus pistalior gegen den Herrscher der Titanen selbst focht, schlug dieser ihm 3 Finger ab, bevor der Eine ihn niederstrecken konnte.
Aber die Freude des Sieges währte nicht lange. Als Nobiliatus pistalior die Zerstörung sah, die der Krieg verursacht hatte, weinte er lange.
Die Tränen fielen auf die abgeschnittenen Finger, der erste wurde überschüttet, auf den zweiten fiel nur eine einzige Träne und der dritte wurde nicht benetzt.
Doch zur Freude des Einen erfüllten sich die Finger mit Leben und aus ihnen entstanden die Wesen, die wir heute Götter nennen.
Diejenigen unter den Göttern, welche die größte Macht besaßen (es wahren ihrer zwei), schufen mit der Macht, die ihnen von Nobiliatus pistalior verliehen wurde, die zwei Völker.
Shagrásh, der ein Kind des dritten Fingers war, schuf die Orks, und Alrik, ein Kind des ersten Fingers, die Menschen. Doch Shagráshs Schöpfung, die sich eher zur lichtlosen Leere als zum Lichte Nobiliatus pistaliors hingezogen fühlte, hatte nicht die Schönheit von Alriks Schöpfung; die Orks waren kriegstreiberisch und grausam. Und weil Shagrásh Alrik dessen Schöpfung neidete, brach ein Streit zwischen ihnen aus. Doch Shagrásh konnte Alrik nicht töten, denn die Götter sterben nicht bis die Welt zerbricht. So machte Shagrásh die Orks zu den Feinden der Menschen, damit seine Kreaturen die Schöpfung Alriks vernichten konnten, um ihm damit Schmerzen zuzufügen.
Über zwei Zeitalter herrschten deshalb erbitterte Kriege auf der Erde. Doch in dieser Zeit erlangten andere Götter die Macht Lebewesen zu erschaffen. Vier waren es: Druasch, Aranduil (diese waren aus dem ersten Finger entstanden), Ryc Krl (als einziger ein Gott des zweiten Fingers), und der Gott des Todes, Raumir. (er war dem Dritten Finger entsprungen).
Druasch erschuf ein kleines, aber zähes Volk: Die Zwerge.
Aranduil erschuf die Elfen. Ein kluges, bedächtiges Volk, gut im Umgang mit dem Bogen, doch verletzbar.
Ryc Krl schuf die Echsen. Sie wahren ähnlich Tieren, die auf der Erde lebten, doch größer und vernunftbegabt.
Raumir schuf kein eigenes Volk, er vermittelte jedoch mächtigen Orkmagiern das Wissen, die Gefallenen der vergangenen Zeitalter, Menschen wie Orks, wieder zum Leben. Doch weil sie viel zu lange im Reich des Todes geweilt hatten, waren sie ein eigenes Volk: Die Untoten.
Doch Raumir begann noch eine große Tat. Er erfüllte das Herz des einen Elfenprinzes mit großem Zorn. Dieser führte nun jenen Teil der Elfen an, die die dunklen Künste zuerst zur Verteidigung dagegen, doch langsam bewundernd erforschten. Aber diese Elfen wurden von ihren Brüdern vertrieben und sie schworen auf Rache. So war es nicht schwer für Raumir, den Prinzen und seine untertänigen Elfen vollständig auf die dunkle Seite zu ziehen.
So standen nun auf der Seite der Menschen: die Elfen und die Zwerge.
Auf der Seite der Orks waren die Dunkelelfen und die Untoten.
Doch es gab noch die Echsen, die listigsten von allen. Einige entschieden sich für die helle, die anderen für die dunkle Seite. Doch andere wechselten ihre Gesinnung wie es ihnen beliebte, oder wechselten zu der Seite, für welche der Krieg gut stand.
Wieder folgte ein Zeitalter des Krieges."
Der Greis blickte auf und sah eine Weile nachdenklich ins Halbdunkel. Dann griff er sich eine Fackel, die am Tisch bereit lag, entzündete sie und steckte sie sich in die Halterung.
Im flackernden Licht tauchte er die Feder ins Tintenfässchen, setzte sie auf und fing an zu schreiben:
"So schreibe nun ich Beogar, Balmunds Sohn, über den Anfang des vierten Zeitalters der Erde:
Am Anfang dieses Zeitalters entschieden sich die Echsen endgültig für die Seite der Menschen. So waren die Orks und ihre Verbündeten in der Unterzahl. Aber die gelehrtesten Magier der dunkeln Seite wussten, dass es im Totenreich schreckliche Kreaturen gab, die Dämonen. Und diese Magier traten zusammen und gründeten einen Orden. Sie beschworen die Dämonen, den Orks, Dunkelelfen und Untoten beizustehen. So entstand ein neues Volk, die Dämonenbeschwörer. Die Dämonen, die sie heraufbeschworen hatten, waren grausam, grausamer noch als Orks, denn sie hatten am längsten in der Hölle verweilt.
So rüsten nun alle Völker auf beiden Seiten zum Krieg. Dieses Zeitalter wird noch unbarmherziger und grausamer als die anderen drei davor. Krieg wird es unausweichlich geben, doch wer ihn gewinnen wird, weiß nur der Eine selbst..."
Der Alte legte die Feder beiseite, stand auf und verließ mit langsamen Schritten den Saal.
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