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Es betritt ein alter, vom Krieg gebeutelter Mann das Zimmer. Er schreitet humpelnd hinüber zum Bett und setzt sich vorsichtig auf dessen Kante. Im Bett liegt sein Enkel von gerade 14 Jahren.
"Mein Junge, du sollst doch schlafen! Ich weiß, es ist schwer in diesen Zeiten, aber verzage nicht, es wird wieder bergauf gehen!"
"Aber Großvater, warum ist all dies geschehen? Wo sind meine Freunde?"
"Ich wusste, dass du mich dies eines Tages fragen würdest. Doch habe ich gehofft, dass dieser Zeitpunkt in weiter Ferne liegt. Du weißt noch nichts über diese Welt. Du weißt nicht, warum dein Vater sich seit einiger Zeit solche Sorgen macht. Du weißt auch nicht, warum es schon für 10-jährige Knaben zum Alltag gehört, den Kampf mit dem Schwert zu üben. Es gab eine Zeit, da war dies alles noch nicht nötig, doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Sie sind vorbei, weil deine Vorfahren, unter anderem auch ich, viele Fehler begingen, und die jeweils nachfolgende Generation nichts aus den Fehlern der Alten gelernt hat. Dass du deine Kindheit in geschützter Ruhe verbringen konntest, hast du einzig und allein dem Umstand zu verdanken, dass vor 16 Jahren ein Krieg ein schreckliches Ende gefunden hat, den die wenigsten überlebten. Diese Flüchtenden rotteten sich erneut zusammen um eine Siedlung nach der anderen zu errichten. Als die ersten Gebäude unserer kleinen Siedlung standen, wurdest du geboren, und mit dir eine neue Generation, die uns Alten Hoffnung gibt. Hoffnung auf Rache, Rache für eine Zeit, in der wir unterdrückt wurden und Rache für eine Zeit, in der wir selber Fehler begingen. Doch so höre dies nun etwas ausführlicher:
Die Generationen meines Großvaters, meines Vaters und von mir, wir alle haben einen Fehler begangen. Es fing alles idyllisch an, mein Großvater als junger Mann, Sohn reicher Eltern, besaß einen mittelgroßen Gutshof, den er mit der Zeit weiter ausbaute. Es siedelten sich mehr Menschen um den Hof an und vergrößerten den Hof zu einem kleinen Dorf. Aus diesem Dorf begann sich eine Stadt zu entwickeln. Dieses Phänomen war nicht von einzigartiger Natur. Denn überall im fernen Westen, wo sie damals lebten, begannen sich Siedlungen zu bilden. Rings um die Felsmassive des dunklen Berges siedelten sich Menschen an, die ihre Gold- und Eisenminen fortentwickelten, die Steinbrüche vergrößerten, mehr Holz rodeten und generell mehr Land für sich beanspruchten. So kam es eines Tages dazu, dass sich Späher der einzelnen Provinzen dazu aufmachten, die Berge zu erkunden, um dort eventuelle Expansionsgebiete auszumachen. Die Späher waren jedoch sprachlos, als sie sahen, was das Gebirge wirklich war. Es war nahezu ausgehöhlt, eigentlich nur eine hohe Wand, und dahinter eine weite öde Ebene. Sie erspähten Siedlungen und Höhlen einer Rasse, die sie bis dahin nur aus Sagen kannten. Diese Rasse trug den Namen "Orks". Manche der Späher wurden entdeckt und erreichten nie wieder ihren Heimatort. Die Späher jedoch, die überlebten, eilten rasch zu ihren Herrschern zurück und meldeten das Gesehene. Die Herrscher, von den Nachrichten in Erregung versetzt, schickten Gesandte zu ihren Nachbarn, um diese um Rat zu fragen. So verbreitete sich die Kunde rasch unter allen Menschen. Allianzen und Bündnisse wurden geschlossen. Unter den Orks geschah wohl gleiches, Horden von Orks rotteten sich zusammen, und bildeten mächtige Armeen. Eines Tages war es dann soweit, dass die ersten wechselseitigen Übergriffe stattfanden, Orks griffen Menschen an, und Menschen griffen die Orks an. Das Ganze weitete sich immer mehr aus. Jeder Herrscher der Menschen und jeder Häuptling der Orks mobilisierte seine Kräfte, um das eigene Leben siegreich zu verteidigen. Wie es genau zu dem Ende kam, hat mir mein Großvater nicht erzählt, jedoch überlebten diesen Krieg nur wenige. Diejenigen, die überlebten, sahen keine Aussicht auf ein weiteres Leben in dieser nun tristen und verbrannten Gegend. Sie zerstreuten sich in kleinen Gruppen in neue Gebiete.
Nun war es die Generation meines Vaters, die den Fehler beging. Zuerst sei dir bewusst, dass mit dem Neuanfang auch ein Neuanfang in der Zeitrechnung geschah. So sind wir nun in der Diothese. In diesem Zeitalter wurde ich geboren, zu einer Zeit, da alles friedlich war. Es hatten sich wieder Ansammlungen von Bauern, Holzfällern und Soldaten gefunden, ein Handelswesen wurde entwickelt, und die Herrscher der einzelnen Siedlungen knüpften nun schon zu Beginn Bündnisse mit Gleichgesinnten. Mein Vater war einer dieser Herrscher. Doch auch hier begann sich das Schicksal der Menschen zu wiederholen. Man sandte Späher aus, um nach Möglichkeiten zu suchen, das Einflussgebiet zu vergrößern. Man erwartete nicht die Präsenz der Orks, doch stieß man erneut auf dieses unbarmherzige Volk. So entwickelte sich von neuem eine Schlacht, die kein Ende zu nehmen schien. Doch wie alle Dinge, hatte auch dieser Krieg ein Ende. Doch bevor dieses Ende mit einer weiteren Niederlage für die Menschen eintrat, gab es ein paar wenige gefügige Menschen, die ihre Rasse verraten haben und sich den Orks angeschlossen haben. So geschwächt hatten die wenigsten Menschen eine Chance, dieses Zeitalter zu überleben. Wer dies eingesehen hatte, der floh erneut.
Zu guter Letzt begann das Zeitalter der Trestaria in der Menschenrechnung. Doch in diesem Zeitalter schien nicht alles so zu verlaufen, wie in den ersten beiden Zeitrechnungen. Die Menschen waren vorsichtiger geworden. Sie schickten ihre Botschafter aus, um Freunde zu finden, nachdem man von weit umherreisenden Händlern erfahren hatte, dass über das Meer neue Rassen diesen Teil der Erde aufgesucht hatten. Die Botschafter wurden auch fündig. So schlossen Zwerge, Menschen und Elfen Bündnisse untereinander, doch auch die Orks hatten Verbündete gefunden. Sie hatten einen Teil der Elfen, die über das Meer gekommen waren, gleich unter ihren Einfluss genommen. Dies war möglich, weil die Dunkelelfen in ihrem Stammesgebiet von ihren Brüdern den Elfen verraten worden waren, so spaltete sich ein Teil der Elfen ab und bildete die Gruppe der Dunkelelfen. Ein weiterer schrecklicher Gefährte der Orks waren die Untoten. Dieses Heer von Leichen bestand aus den gefallenen Kriegern der ersten beiden Zeitalter, die rachsüchtig noch auf der Erde umherwandelten. Mächtige Magier der Orks hatten diese auferweckt und ihnen die Kraft verliehen, andere Leichen selber aufzuerwecken. So hatte nun jede Seite wieder ein Gleichgewicht von jeweils drei Rassen. Warum ich dies so genau weiß? Nun, wie du vielleicht mitgerechnet hast, mein Kind, ist das Zeitalter der Trestaria das, welches ich als kräftiger Kerl miterlebt habe. Die Bündnisse der einzelnen Rassen auf den Seiten waren dieses Mal intensiver geknüpft als bei den Malen davor. Doch auch wir verwickelten uns wieder in Kriege, da es in der Natur aller Wesen liegt, den eigenen Besitz zu vergrößern. In diesen Krieg traten dann erst unscheinbar, dann immer sichtbarer ganz erstaunliche Wesen. Es waren Echsenwesen, die aus Felsspalten und aus den Mooren der Welt kamen. Sie fanden Freunde auf beiden Seiten, so spalteten sich auch diese Wesen in zwei Seiten. Man kann sagen, dass diese Rasse entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Zeitalters der Trestaria gehabt hat. So endete dieses Zeitalter nicht mit dem Ende des ersten Krieges, in dem die Menschen, Elfen und Zwerge des "Bund des Guten" einen fatalen Fehler begingen und sich gegen das Böse in den Krieg begaben, den sie entschieden verloren haben, sondern es ging weiter, da man auf beiden Seiten zu der Einsicht gekommen war, dass dieses Zeitalter sonst doch recht kurz gewesen sei. Nach diesem Krieg kamen dann die Echsen zum Vorschein. Doch war diese Rasse ein Übel für alle bestehenden Rassen. Viele der Echsen wechselten oft die Seite. Wenn sie zu der siegreichen Seite gehören wollten, wechselten sie nach Lust und Laune. Wenn sie jeden angreifen wollten, wurden sie "neutral", um sich dann doch wieder für eine Seite zu entscheiden...
Wie du siehst mein Kind, haben die Echsen einigen Einfluss auf unsere Welt gehabt. Und im letzten Krieg, den wir damals erlebten, war es die Zeit zweier Echsenallianzen, das Geschehen zu diktieren. Auf der guten und vorher neutralen Seite Marvel, auf der anderen Seite die dunklen Echsen rund um [Nãzgûl]-Empire. Doch diesmal konnten wir, dank unseren verbündeten Echsen, diese Bedrohung durch das Böse zurückschlagen. Anders als jede Generation vor uns wurden die dunklen Völker von meiner Generation geschlagen und konnten zurückgedrängt werden. Sie waren allerdings zu mächtig um sie zu vernichten. So musste auch meine Generation und auch die deiner Eltern mit der ständigen Bedrohung der dunklen Völker leben.
Unter diesen Bedingungen suchte auch ich mit meinen verbliebenen Mannen wie jeder andere Herrscher, ob nun Mensch, Elf, Zwerg, Dunkelelf, Ork, Untoter oder Echse, neue Gefilde, um sie zu besiedeln und um ein neues Reich aufzubauen.
Mein Kind, bis der Krieg von neuem ausbricht, wirst du ein kräftiger Mann sein und die Herrschaft über unsere Kolonie übernehmen. Wie ich gehört habe, so bestehen alle Rassen auch im nun kommenden Zeitalter der Tesserante, doch haben sich die Echsen nun endgültig entschieden. Sie gehören der guten Seite an. Doch wie man hört, waren die Magier der Orks, Untoten und der Dunkelelfen wieder fleißig. Nachdem sie schon die Untoten heraufbeschworen haben, ist es ihnen nun angeblich gelungen, Dämonen heraufbeschwören zu können. Diese Elite der drei Rassen, die dazu fähig ist, hat sich zusammengetan und bildet nun die Gruppe der Dämonenbeschwörer. Wenn dies der Wahrheit entspricht, wird es wohl auch im neuen Zeitalter zu enormen Konflikten kommen, die alleine durch Taktik, Treue und Vertrauen, wie auch durch Mut und Aufopferungsbereitschaft entschieden werden können. Mögen wir hoffen, dass beide Seiten Erbarmen mit ihren Opfern finden werden, wenn diese um Gnade bitten, aber gnadenlos sind, sollte ihnen der Krieg erklärt werden. Denn einzig durch Diplomatie und Härte, sowie die eigenen Verbündeten lässt sich ein Krieg gewinnen. Doch sei dir gewiss, dass es wieder jene geben wird, die bei einer drohenden Niederlage die eigenen Freunde verraten werden, um für sich einen Vorteil zu erreichen.
So schlafe nun ein, es werden nicht mehr viele ruhige Tage erfolgen, bis dein Vater und später du das Geschick dieses Zeitalters mitbestimmen werden.
Schlafe nun, doch sei gewarnt, nicht alles, was ruhig erscheint, bleibt auf Dauer auch ruhig! In deinen Händen wird viel Verantwortung liegen, das ist gewiss..."
Nur wenige Tage später träumte der Bursche wieder einen dieser schrecklichen Träume. Als er erwachte, sah er, dass sein Traum Wirklichkeit geworden war:
Er sah Dächer einstürzen, Scheunen brennen und Mütter, die ihre sterbenden Kinder verzweifelt in den Armen hielten. Neben ihm lag ein Schwert, es war das Schwert, das ein tapferer Soldat neben ihm verloren hatte, als ein Pfeil eines Orks seine Rüstung an der Stelle seines Herzens durchbohrt hatte. Der Knabe hob das Schwert wie auch in seinem Traum auf, doch wusste er nicht, was er tun sollte, denn der Schrecken war vorbei. Die Orks waren nach der Plünderung der Siedlung, bei der sie alle kriegsfähigen Männer ermordet hatten, wieder abgezogen. So lag es nun in den Geschicken der blutjungen Generation, grade 14 bis 15 Jahre alt, das Dorf neu zu errichten und die Säulen einer neuen Macht zu erbauen.
Als der Junge verstört seinen Körper vom Boden erhob, hatte er noch nicht verstanden, was geschehen war, er ging durch all den Rauch und den Dunst von frisch geflossenem Blut zurück zu seinem Haus, doch sein Haus lag in Trümmern. Er hörte ein leichtes Stöhnen aus den Trümmern. Er ließ das Schwert fallen, und machte sich daran, durch die Ruinen zu der schwerverletzten Person zu eilen.
Es war sein Großvater...
Als der Knabe endlich seinen sterbenden Großvater erreicht hatte, konnte er diesen noch sagen hören:
"Nun, mein Kind... es ist so weit... Das Wohl dieser Siedlung liegt in deinen Händen... Denke immer an meine letzten Worte: Gib niemals auf und gedenke dessen, was heute geschehen ist, das wird dir in deinem Zorn und deiner Wut eine Kraft verleihen, die du bitter nötig haben wirst, wenn du gegen diese Kreaturen kämpfen willst. Du darfst keine Furcht zeigen, sonst bist du schon verloren!
Räche deine Lieben, die heute gestorben sind, räche mich und bleib stark!"
Nach diesen Worten schloss der Großvater für immer seine Augen, und sein Mund verstummte auf ewig. Doch der Knabe erinnerte sich stets an seine Worte "räche deine Lieben", räche deine Lieben, wenn ihm einer seiner Feinde vor die Klinge trat. Und nach diesem Leitspruch lebt er auch in diesen Tagen. Von jedem Feind, den seine Klinge tötet, hat er sich eine Strähne des Haares genommen, und diese Strähnen hat er sich rings um sein Haus gehängt. Doch wird er nie genug Feinde getötet haben, um seine Eltern und seinen Großvater ausreichend gerächt zu haben. Doch versucht er, dieser vollkommenen Rache möglichst nahe zu kommen, und so wird er eine Siedlung gründen, diese expandieren lassen und ein Heer aufstellen, was zur Rache seiner Vorfahren den Feinden entgegen treten wird...
Wir dürfen also gespannt sein auf eine neue Zeitspanne, die wir das Zeitalter der Tesserante nennen, in dem Gruppen aufeinander stoßen werden, die untereinander durch Treue, Vertrauen und Verschworenheit überzeugen, sich gegeneinander aber keinerlei Gnade oder Rücksicht zeigen. Die Seite, die diese Fertigkeiten zur Perfektion führen kann, wird die Schlacht für sich entscheiden können. Oder kommt doch alles anders, als die Alten vorrausgesagt haben?
Lasst das Zeitalter der Tesserante beginnen, so können wir uns ein eigenes Bild des Geschehens machen!
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